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beyond stars

Ich stehe draußen auf dem Balkon, lasse langsam die Kälte an mich heran, höre die leisen Klänge von Lacrimosa auf den kleinen PC Lautsprechern hinter mir, schaue erst zu den Häusern um mich herum. Die Lichter sind aus, die Menschen schlafen, ich bin hier weit auf dem Land.

Ich blicke nach oben - das Schauspiel einer sternenklaren Nacht. Schauspiel? Eigentlich ist es ein statisches Bild, von dem blinkenden und sich bewegenden Lichtern abgesehen, nächtliche Zeugen der menschlichen Herrschaft über die Erdsphären, die uns an sich nicht zugänglich wären. Mir fällt Kant ein, der meinte "Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: 'der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.'".

Über die Sterne zu schreiben oder zu erzählen hat immer etwas schwärmerhaftes an sich. Warum eigentlich? Dieses Bild einzelner Lichtpunkte, das statisch uns anzeigt, wo Sonnen gleich der Unseren sind, Planeten darum kreisen - was macht es so spektakulär? Man muss wohl dazu sagen, dass zu Kants Zeiten die Reize die uns tagtäglich in dieser Welt entgegenkamen wesentlich geringer waren als was wir heute aus künstlichen Animationen wie in 3D Kinos oder einfach auch aus durch Menschenhand geschaffene Werke wie die nächtlichen Lichterfassaden von Skylines.

Aber dennoch - das Bild der Sterne über uns bleibt etwas einzigartiges. Vielleicht wegen der Unerreichbarkeit dieser Objekte. Viele Träume der Menschheit sind nach und nach erfüllt worden, wir haben es durch unsere Technik geschafft, Schluchten zu überbrücken, auf den Gewässern zu navigieren, haben den Vögel gleich den Luftraum zu unserem gemacht und auch in die Schwerelosigkeit des Alls ist der Mensch vorgedrungen. Doch verglichen mit den Entfernungen zu den Sternen haben unsere Raumfahrer sich nur um Millionstel Bruchteile den Weltraum ihren eigenen gemacht. Ich erinnere mich an Peterchens Mondfahrt, wie ich das noch zu Vorschulzeiten vorgelesen bekommen habe. Eine faszinierende Geschichte. Unsere Phantasie ist grenzenlos wie die scheinbaren endlosen Weiten des Alls.

Tatsächlich spricht zwar einiges dafür, das das Universum begrenzt ist, jedoch keinen Rand besitzt. In dem Sinne sehen wir ganz weit außen uns irgendwo wieder selbst, vielleicht sind da draußen auch Wesen, die längst erkannt haben, dass das was wir sehen doch nur eine dreidimensionale Mannigfaltigkeit ist, die in etwas viel größeres eingebettet ist. Vielleicht würden sie das lustig finden, wenn sie wüssten, wie wir diese kleine Einbettung für "alles" halten, für "unendlich" halten, wie wir zu verstehen versuchen, wie die Gesetze der "Natur" beschaffen sind, die vielleicht sie gemacht haben...

Wer sollten diese Wesen sein? Beyond the stars. Aber nicht dahinter, da wiederholt sich doch nur alles! Nein, wo anders. Denkt doch nicht nur in 3 Dimensionen, nur weil ihr nicht mehr seht.

Den Fall angenommen, dass dies jemand bis hier gelesen hat und sich nun fragt: Und? Was will uns der Autor sagen? Nichts. Ich war nur gerade draußen auf Balkon, und kam auf die Idee ein wenig zu philosophieren. Hätte ich geschrieben, was ich die Woche so gemacht habe, so wäre das etwa so: Erst ganz, ganz viel auf eine Klausur gelernt, was dann eh alles nicht drankam, und dann eben diese ganz, ganz schreckliche, katastrophale Klausur geschrieben. Da war doch etwas In-die-Sterne-wegträumen schöner, oder? 

10.2.08 02:23
 


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