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what´s new about the new world?

Es geht mir gut soweit, hier in diesem von daheim so fernen Amerika. Vielleicht weil ja einfach gar nicht so viel Zeit dazu ist, allein mit mir zu sein. Es sind immer Leute um mich, Reize der Umgebung, Eindrücke von außen, die ein in in sich gekehrtes Reflektieren gar nicht so sehr möglich machen. Aber eben auch diese bangen Fragen an die Zukunft, zweifelnde Blicke in die eigene Vergangenheit, sie tauchen zwar immer wieder auf, aber verschwinden auch schnell wieder. Zwei Wochen, dann bin ich wieder daheim, dann geht jenes stressige Leben wieder los, das ich suchte, und lange nicht Ziel sein kann. Hier denke ich nicht so weit, nicht viel weiter über diesen Abschnitt, das hier ist Urlaub. Sind viele Leute, sogar ein wenig intellektuelles zu tun, ich komme zum lesen, ein wenig sogar zum schreiben. Lesen - ja ich glaube all die, die nach störkeren Reizen einmal süchtig wurden verstehen nicht diese seltsame Art der Freude wie ich sie beim lesen habe. Das geistige dahingleiten in einer eigenen Welt, in die man einfach so hineintauchen darf. Ich suchte mir immer eigene Welten, vielleicht weil die wirkliche Welt mir zu wenig bot, oder ich sie zu wenig verstand. Ich erschuf mir eigene Welten, mit Hingabe und mit dem Willen zu Vollendung. Vielleicht ist mir das so gut es ging mit meinem Roman geglückt - am zweiten Teil bin ich am zweifeln. Er ist zuviel Happy End, zu wenig Zweifel und Fragen. Ein ästethisches Ende, das dafür steht, was ich mir selbst immer erträumte. Vielleicht ist daraus Kitsch geworden. Ich habe selbst einmal geschrieben in den endlosen philosophischen Ergüssen des ersten Teils "Denn nur das letzte Werk, das darf in vollster Schönheit enden, denn ist das erreicht, so hast du die Aufgabe in deinem Leben schon erfüllt." Ein glückliches Ende ist auch ein Ende des Suchens. Die Zweifel und Tiefen die uns begleiten, müssen uns ein Wegweiser sein, wie es nach oben geht. Der Verlust ein Anreiz dafür nach neuem zu suchen. Ein Lernen aus den Verlusten für das Suchen nach mehr, aber eben doch nicht das reine Gold danach zu finden, auch wenn es glänzt.

Nach neuem Suchen. Sollte man hier, so weit weg, in so einem fernen Land, doch können? Es ist mehr ein Abziehbild mit einigen Detailänderungen von daheim. Lasse ein wenig Sozialstaat weg, füge etwas Kommerz hinzu. Okay, man darf auch mehr Ehrgeiz, mehr Zielstrebigkeit, mehr Optimismus dazufügen. Aber kulturell? Der so strapazierte Begriff der "Werte"? Da ist doch kein Unterschied. Es ist ein gemeinsames Streben nach mehr, mehr Gewinn, mehr Wachstum, persönlichem Reichtum. Und von diesen Dingen mehr als bei mir daheim. Aber sonst ist nicht so viel anders.
27.9.07 22:29
 


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