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beyond sleeping

Jetzt schläft auch dieser Blog ein. Wie eigentlich alles im Sande verläuft, was ich je begann, so rieseln die Gedankensplitter im Äther meines Denkens in alle Richtungen hinweg und zurück bleibt - nichts. Geschöpfte Hoffnungen, erträumte Ziele, was auch immer ich zu erreichen glaubte - nur die leeren Hüllen stummer Körper schweben fort in einer Symphonie aus Sehnsucht und Melancholie.

Sich kreativ betätigen wollen, doch unkreativ arbeiten müssen, die Welt verstehen wollen, dann von denen lernen die sie ja verstanden haben - die theoretischen Physiker, die die Quantenmechanik ersannen und in Ermangelung einer schöneren Theorie jede Menge Größen erfanden, die formal da sind, aber man niemals messen kann.

Wenn das die Wahrheit ist, diese reduktionistische Vorstellung der Natur, dann lasst mich ein Teilchen sein. So eines, dass in einer beliebig kleinen Zeit beliebig hoch steigen und wieder fallen kann, denn es gehorcht der Unschärfe. So eines, über dessen Natur man keine wirklichen Aussagen treffen kann - je nach Experiment verschwindet es in einem Bündel Wellen oder bleibt ein Teilchen. Und sein Existenzzustand - ja lasst ihn gleich Schrödingers armer Katze sein, die nicht nur dieses Experiment nicht überleben wird, sondern gleichsam den abstrusen Schlussfolgerungen dieser Theorie ausgesetzt sein muss (was ist schlimmer?), ja lasst mich in einem dekohärenten Zustand aus Tod und Leben existieren.

Manche ersetzen den blinden Reduktionismus, der uns in letzter Konsequenz zu automatenhaft gesteuerten Wesen machen würden, als willenlose Sklaven einer weltzeitlichen Timeline, durch etwas das sie Emergenz nennen - im großen Ganzen betrachtet werden die Gesetze der Natur wieder "klassisch". Ja im Großen und Ganzen, kann man mich auch sehr klassisch beschreiben, nämlich als einen stationären Zustand. Was ist das letzte Jahr eigentlich passiert? Wie mich dieser Gleichlauf der Dinge, diese Monotonie ankotzt. Ich komme doch nie raus, aus meiner Welt. Mir gefällts nicht mal so gut darin, die Träume verlieren, je länger sie gesponnen werden, jeden Faden zu Realität.

Einschlafen. Die Augen schließen vor dem Leben des Tages. Wenigstens wenn der Winter endet, dann einschlafen und wieder aufwachen, wenn der Herbst endet. Die Sonne zeigt uns doch nur wo es uns gut geht, weil es warm und hell ist. Wir sind doch nur Motten, die ständig zum Licht fliegen. Und wenn wir gegen Scheiben fliegen, dann kehren wir trotzdem ständig zurück. Da ist es ja schließlich warm und hell.

25.1.08 01:29





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