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Webnews







beyond home

Wohl die längste Zeit keinen Eintrag getätigt - nun gut, ich bin nicht daheim, sondern bei Verwandten, nicht der gewöhnliche Tagesablauf, in dem irgendwo der Zeitpunkt kommt, wo man die über den Tag gesammelten Gedanken hier los werden möchte. Hier, da kommuniziere ich natürlich mehr, viel weniger Zeit allein, Abwechslung, ein kleines Kind, und Kinder haben einfach etwas aufmunterndes. Etwas, dem ich nachtrauere, weil es von mir geht, das Kindsein. Ich will das Denken, das kreative, von allen Autoritäten unbeindruckte Denken eines Kindes behalten. Sobald wir die Regeln als naturgegeben sehen, die doch nur die Gesellschaft willkürlich geschaffen hat, da verlieren wir die Unabhängigkeit, die wir doch eigentlich alle so einfach schon haben. "Kinder sein, all die Tage, so froh und frei und ohne Plan" (aus einem Song von Umbra et Imago) natürlich dies geht nicht. Wir müssen in unserer Umgebung navigieren können, das heißt ihre Sprache sprechen, ihre Wegweiser lesen lernen, und damit ihre Regeln akzeptieren lernen. Aber nicht vergessen, dass unser Denken, unsere Vorstellung beliebig sein kann, wenn wir nicht die gleichen Grenzen in unseren Köpfen bauen, wie sie in der Welt schon viel zu viel sind. Ja die Welt ist beliebig, sie hat keine Grenzen an sich. Das macht sie wunderschön.

Wieso heute so positiv über eine Welt, auf der ich doch nicht glücklich werden kann? Vielleicht doch. Jeden Moment der Sicherheit bietet genießen und Glück daraus schöpfen. Eine kleine Perspektive, als Schimmer an Hoffnung erkennen, und sich glücklich schätzen ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Ich werde die nächste Woche N zu mir abends einladen und mich dann entscheiden müssen, ob ich nun alles versuche, ob ich darin eine Chance sehe. Sie ist süß, so süß. Das wäre ein Anfang. Falls das nichts wird, sitze ich einsam und traurig in meinem Zimmer, höre Lacrimosa´s Satura und bin froh nicht zu viele Uni Verpflichtungen zu haben.
3.6.07 23:03


so alone again

Heute vormittag mit eben jenen Verwandten in der Therme Erding gewesen, Europas größter Rutschenanlage. Dieses Gefühl, eine Rutsche hinab, auf der man eine Endgeschwindigkeit von 72km/h erreicht. Erst tief durchatmen, bevor man in die dunkle Röhre hinein taucht. Wie im freien Fall, ohne jede Chance auf das Geschehen Einfluss zu nehmen, ausgeliefert der Gravitation die einen schneller und schneller werden lässt. Hiernach könnte alles kommen, das könnte eine Absturtz von Bergklippen gleich kommen. Aber man weiß, es kann nichts passieren, natürlich nicht. Alles ist doppelt und dreifach gesichert, sonst würde man da nicht einsteigen. Das ist das Wissen - aber daran denkt man nicht in dem Moment, wo man nach unten beschleunigt wird. Danach, da was mein was man getan hat  - 50x 5 Etagen Treppen rauf war genug Sport für heute. Dann noch wegen einiger Erledigungen ewig mit dem Rad durch die Stadt gefahren, ich bin k.o., völlig. Es ist ein wenig seltsam, eigentlich mag ich das nicht, den ganzen Tag durch die Stadt zu fahren, hier und dort die Leute in den Cafe´s sitzen zu sehen, gemütlich entlang zu bummeln. Der Genuss, den ich nicht habe. Aber ich kümmere mich nicht weiter um die anderen. Vielleicht weil ich in Bewegung, in Bewegung, da fühle ich mich immer besser als stillzustehen. Ich husche an ihnen an vorbei, an der Stadt, die Wege entlang, wie ein Schatten eines Vogels, unsichtbar, weil ich untergehe, unter ihnen.

Daheim, erschöpft, langsam müde, doch unruhig. N anrufen, natürlich, zuletzt hatte sie sich gemeldet, dann darf ich mich doch melden. Naja. Ich will ich nicht sagen, sie sei genervt. Desinteressiert? Ich hatte nicht vor sie heute noch einzuladen, ich bin müde, ich müsste erst hier wirklich schön aufräumen und... ich weiß nicht. Nur... so wird sie sich weder von sich aus melden, noch kann ich mich morgen wirklich melden. Mi vielleicht... Mich hält genug an dieser Welt, mich darin bewegen zu wollen. Vielleicht nicht Menschen, vielleicht bin ich dazu zu allein. Aber diese Welt im Licht scheint reich zu sein... so reich wie ich sie in meinem Roman - meinen Träumen - mir auswähle. So wenig mir davon auch vergönnt ist, ich suche noch, meine Augen hören nicht auf zu suchen, das zu sehen, was sie nur in Träumen sehen. Aber lass ich mich fangen von der Dunkelheit der Nacht, den Klängen von Satura, verschwinden darin und von der Welt.

4.6.07 21:42


the night and the lonelyness

Wenn der Schatten der Nacht sich über diese Erde senkt, zurücklässt mit uns allein, und vergessen lässt, was der Tag an lichtem zu bieten hatte... vielleicht wäre es angebracht einmal glücklich zu sein, angesichts der Freiheit, die uns selbstverständlich geworden ist. Ich habe heute "Das Leben der anderen" gesehen, und ich glaube, ich hätte mir das ohne eine solche Darstellung nie so vorgestellt - die Überwachung von Personen, die nichts taten, als mit ihrer Kunst Kritik zu üben, bis in alle kleinste Details ihres Privatlebens. Denunziation von den nächsten Angehörigen. Spitzel die überall lauern konnten. Inmitten dieses Systems Menschlichkeit, die niemand erwartet hatte. So wie sich die gesellschaftlichen Systeme entwickeln, da wird die Überwachung zweifellos zunehmen. Aber perfider, wir werden davon nichts mehr mitbekommen - was vielleicht besser so ist.

I am alone, surely I am. Eigentlich nicht. Heute mit M ein Gespräch entstanden, dass sehr philosophisch wurde. Gibt es Gott? Wieso ist man glücklich oder unglücklich? Irgendwie auf Depressionen gekommen. Ihm könnte ich alles erzähhlen, und würde ernst genommen dabei. Das ist schon mal sehr viel wert. Aber was bleibt dann? Danach bleibt von mir selbst doch nicht zurück, als dieses zerbrechliche Ich.

7.6.07 03:54


silence of art

Kreativität. Der Wille zu erschaffen, kleinste Inspiration, die mich weit wegbewegen, von irgendeinem Thema in irgendeiner Vorlesung. Entschweben, weit von dem wo ich nun bin. Dort, dort weit weg, da lauert mehr, viel mehr! Und dort, da ist der Wille mehr, soviel mehr zu entdecken.

Ich glaube, ich muss weg von hier. Auslandssemester, eine Chance. Als ob ich sowas könnte. Natürlich konnte ich noch nie planen. Vielleicht Dinge angehen, deren Wirklichkeit ich selbst ersehnen. Die ich angehen werde, weil sie mehr bieten, als das was ich habe. Das ist nicht so viel.

M einiges im Programmieren gezeigt. Ein Programm von mir, eines meiner, falls ich selbst so über mich beurteilen kann, Meisterwerke. Das Ergebnis, auch wenn eine Graphik, unspektakulär. Nichts was ahnen lässt, das sich dahinter Kunst verbirgt. Eine Uhr mit nur einem Zeiger, den die raffinierteste Mechanik steuert. Eine Welt, die nicht vielen zugänglich ist. Nichts in meinem Leben scheint besser als in seinem. Aber da, da sind noch Welten, die kennst du nicht. Die werden dir nie zugänglich sein. Eine einsame Welt, niemals mitteilbar, nicht erfahrbar, für die, die diesen Zugang nicht finden. Eine Kunst natürlich - reduziert auf das, was nur ein Künstler verstehen kann. Vergraben in der Stille.

12.6.07 01:40


back to the game

Nachmittags, in der Uni, müde. Mit jemand zusammen ein Blatt rechnen, schwierig die Gedanken zu fokussieren. Doch plötztlich wieder - etwas, was ich mal unter "Flow" gehört habe - es fängt an wirklichen Spaß zu machen. Denken, Gedanken assoziieren, miteinander denken. Plötzlich ist der Punkt überwunden, wo es egal ist, ob man jetzt die nächste Teilaufgabe so hinbekommt, das man 100% zufrieden damit ist. Weiter, es geht weiter. Es ist irgendwie sinnvoll zu tun, und man könnte mich nicht fragen, warum dies, warum sonst nicht. Das Gefühl, zu tun, was man kann und zufrieden damit zu sein. Ich glaube, das ist gerade für mich so schwierig, mit dem was ich tue, wirklich zufrieden zu sein.

Danach, heimwegs, kein wirklich sonniger Tag. Die Hitze allein, ohne ihr Gesicht in Form der blendenden Sonnenstrahlen. Eine nüchterne Welt, in klaren Kontrasten, einen Blick in die Welt, der dem des Analytikers in gewisser Weise entspricht. Aber ich bewege mich hindurch, ohne ein Gefühl von irgendwelcher Sicherheit, vielmehr ich bin alleine. Dort draußen gehen Menschen, geht Leben an mir vorbei, zieht unberührt weiter. Meine Welt, ein kleines Schneckenhaus. Nein, kein so wirklich wohliges Nest darin. Ich will das auch nicht mehr. Ich will hinaus, in die Welt, will darin navigieren können. Ich habe Ansprüche entwickelt, natürlich gewisser Ehrgeiz das Studium so zu schaffen, wie ich mir das vornahm. Aber das lässt mich nicht entwickeln. Ansprüche, auf diese Welt und die Menschen zugehen. Selbstständig werden. Vielleicht schaffe ich das mit einem Auslandssemester. Ich kann nur dazu lernen. Vielleicht kann ich lernen, mehr zu können, als ich nun glaube zu können. Ich habe nie wirklich an meinen technischen Fähigkeiten gezweifelt, zeitweise vielleicht, aber danach nur gesehen, das meine Ansprüche Poesie waren. Aber ich zweifle immer wieder an meinen sozialen Fähigkeiten. Allein Kontakte zu halten, aufzubauen, daraus zu schöpfen. Was ist aus S geworden? Im Sande verlaufen, was habe ich alles falsch gemacht? Was kann ich daraus lernen?

Bierstube, vorhin zurückgekommen. Nett unterhalten. Sehr nett. Solche Tage lassen wieder schöpfen, lassen wieder zu, sich auf solche Orientierungspunkte, auf Menschen, auf das was man noch sehen kann, zu freuen. Leben. Nur die Frage, was ich daraus mache. Ich könnte mich doch einfach einmal bewegen, als könnte ich mich selbst fernsteuern. Fernsteuern heißt, keine Angst haben zu müssen, selbst unter den Menschen zu stehen. Nur die Kommunikation mit ihnen, das bewegen darin, als wäre es ein Spiel. Eigentlich ist es ein Spiel. Back to the game.

14.6.07 02:17


the wanted lonelines

Ich glaube, ich habe mich lange daran gewöhnt, alleine sein zu können. Viele Jahre meines Lebens gab es eben nicht mehr als vereinzelte soziale Kontakte. So wie ich in der Zeit mir Programmieren lernte, so lernte ich viele andere Dinge nicht, die eigentlich ganz selbstverständlich sind. Daran, dass ich mich für einen introvertierten Menschen halte, wird sich wohl auch nichts ändern. Ich habe das hier schon zuletzt einmal geschrieben - hinter Codezeilen sind Welten, die nicht vielen zugänglich sind. Ich denke, es gibt Welten, die ich mir verbaut habe, durch eigene Unfähigkeit, und sie werden an dem, was man das daraus schöpfen kann, was man an Leben und Schönheit darin sehen kann, in weitem meinen einsamen Welten überlegen sein. Aber wenn ich diese nicht erreichen kann, was bleibt übrig, als auf winzigen Inseln, in den Tiefen von Wissen und Erkenntnis Land zu suchen? Von Fluten ständig umspült, von Winden umweht, so dass keine Ruhe darin eintritt, die Unsicherheit das Leben darauf bestimmt, die Ressourcen begrenzt, die Kontakte zur Außenwelt schwierig und einzeln.
Nein, sie sind ja gar nicht so einzeln. Ich will mein Leben nicht in einem Schneckenhaus verbringen. Aber mir wird es schnell zuviel. Ein paar Verabredungen, viel Zeit die ich nicht bestimmen kann, und schon regen sich Stresssensoren. Die Hoffnung darauf, dazuzulernen. Das ist nicht Stress, du musst doch unter Menschen dich bewegen können. Natürlich. Und doch, gerade wenn ich einige Zeit unter ihnen war, und auch noch daraus schöpfen konnte, dann der Reflex - und jetzt siehst du den Tag über niemand. Hinaus, irgendwo in die Felder und Flüsse entlang, an Dörfern vorbei, dort hin, wo sonst niemand ist. Aber das bringt mich nicht weiter. Erstmal schlafen gehen. Müde.

17.6.07 03:11


Nährt mich mit Hoffnung und füllt mich mit Kraft... wenn ihr wollt das ich lebe. Vielleicht wollen dort draußen einige nur das beste für mich - und sehen auch noch, dass das weder das Leben ist, das ich so wollte, noch das mich so glücklich macht. Kontakte - die Reduktion des Alleinseins, aber kein wirkliches Schöpfen. Natürlich, besser als der Rückzüg. Aber der Rückzug aus dem man wirklich schöpfen kann? Diese Welten, die man für sich allein gestaltet, und alleine sie genießen kann? Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Wenn ich nicht mehr schreiben kann, dann stirbt ein Teil meiner Seele, jener Teil der nur in den Charaktären meiner Vorstellungen lebt.

Ich hätte alles anders haben können. Wie viel von mir, ist das ich meiner Persönlichkeit, die sich mehr nimmt, als sie sich traut und am liebsten ein stiller Beobachter dieser Welt ist - und wieviel davon die reine Unfähigkeit meines eigenes Denkens, Handelns und Fühlens? Vielleicht ist diese Welt auch zu groß für mich.

Ich hasse den Zustand getrieben zu sein, durch den Rahmen, den mein Leben mir vorgibt. Ich kann es nicht, zwischen Verpflichtungen und Terminen navigieren. Dann doch den Rückzüg, und die Lethargie. Wenn ich aus dem Leben etwas schöpfen will, und soetwas wie einen Reichtum an stillem Leben innerhalb meines Schneckenhauses sehen will, so muss ich zumindest Gestalter sein. Dinge um mich, in meine Seele sich entfalten kann. Natürlich ist man mit wenig zufrieden wenn man nicht viel kennt. Und doch greift man immer wieder nach den Sternen, bis zu dem Moment, wo man über sich selbst lächelt und bemitleidet...

Jetzt läuft doch wieder Musik. Sie lenkt mich doch eigentlich nur ab, ich schreibe inzwischen lieber ohne Musik. Blackmore´s Night - Beyond the sunset.  Dieses Lied ist so melancholisch-wunderschön, das darf jeden Abend laufen. Ausklang einer Zeit, Ende des Suchens, der Hoffnung, aber auch der Verzweiflung. Nein, hier ist wirklich nichts, nur leere Felder im Abendrot, die sich den Fängen der Nacht überlassen und alle Menschen, alle Dinge die noch draußen sind in Dunkelheit kleiden lassen. Aber diese Felder wirken so schön beruhigend.

20.6.07 23:39


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